Stiftung Ernährung und Diabetes, Bern

Hypoglykämie

Was ist eine Hypoglykämie?

Personen mit unbehandeltem Diabetes haben einen zu hohen Blutzucker (= Hyperglykämie). Durch die Behandlung mit Insulin oder Tabletten kann es vorkommen, dass der Blutzucker plötzlich zu stark gesenkt wird: Es entsteht eine Hypoglykämie (Unterzuckerung).

Von einer Hypoglykämie spricht man, wenn

  • der Blutzucker zu tief absinkt (unter 2.8 mmol/l, biochemische Hypoglykämie) oder wenn
  • Zeichen einer Hypoglykämie auftreten - dies kann schon bei Werten von 4 mmol/l oder höher der Fall sein, wenn der Blutzucker schnell abfällt.

Verschiedene Schweregrade und Behandlung von Hypoglykämien

  • Leichte Hypoglykämie: Hypoglykämien sind die häufigste Nebenwirkung der Insulinbehandlung. In der Regel kündigen sie sich durch Warnzeichen an, die Diabetikerinnen und Diabetiker spüren lernen. Leichte Hypoglykämien lassen sich mit der Einnahme von 10 bis 20 g rasch wirkenden Kohlenhydraten (manchmal auch mehr) problemlos beheben. Es empfiehlt sich, immer eine Notfallportion von 20 g Kohlenhydraten bei sich zu tragen, z.B. 6 Stück Traubenzucker, 9 Stück Würfelzucker oder 8 getrocknete Aprikosenhälften. Auch Getreidestängel, gezuckertes Mineralwasser (nicht light!) oder Fruchtsaft (2 dl enthalten 20 g Kohlenhydrate) sind geeignet, um eine Hypoglykämie zu beheben.
    Im Anschluss an eine Hypoglykämie müssen zusätzlich 20 g langsame Kohlenhydrate (z.B. 50 g Vollkornbrot oder 1 grosser Apfel) gegessen werden, um zu verhindern, dass der Blutzucker erneut zu tief absinkt.
  • Mittelschwere Hypoglykämie: In manchen Fällen ist es nicht möglich, die Hypoglykämie rechtzeitig zu erkennen ("Hypoglycemia Unawareness"). Es treten Störungen des Nervensystems auf, welche zu Wahrnehmungsstörungen oder zu einer Einschränkung der motorischen Fähigkeiten führen. Diabetikerinnen und Diabetiker sind dann nicht mehr in der Lage, auf den tiefen Blutzucker richtig zu reagieren, sei es, weil sie die Lebensmittel nicht mehr greifen können, sei es, weil ihr Bewusstsein getrübt ist. In sochen Fällen brauchen sie Hilfe beim Konsumieren der benötigten Kohlenhydrate.
  • Schwere Hypoglykämie: Unbehandelt kann sich eine Hypoglykämie zu einem Zustand mit schweren Bewusstseinstrübungen, Anfällen wie bei Epilepsie und Koma entwickeln. Die Behandlung erfordert Hilfe durch andere. Eine intravenöse Glukosezufuhr (ausschliesslich durch medizinisches Personal ausgeführt!) ist notwendig. Bei Bewusslosigkeit kann auch durch medizinische Laien eine Dosis Glukagon subkutan gespritzt werden.

Hypoglykämiesymptome, typische Hypo-Situationen und fehlende Hypoglykämiewahrnehmung

 

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