Stiftung Ernährung und Diabetes, Bern

Behandlung und Heilungschancen

Beim Typ-2-Diabetes haben ca. 30% der Diagnostizierten ihre Blutzuckerwerte allein mit ausgewogener Ernährung und genügend Bewegung im Griff. Weitere 30% nehmen zusätzlich blutzuckersenkende Tabletten, und 40% benötigen zusätzlich Insulin. Besonders anfänglich lässt sich oft durch eine Änderung der Ess- und Bewegungsgewohnheiten eine Normalisierung der Blutzuckerwerte und damit ein Leben ohne Diabetes-Beschwerden und ohne Medikamente erreichen. Wenn jedoch auf die alten Verhaltensmuster zurück gegriffen wird, ist auch der Diabetes wieder da.

Bei Typ-1-Diabetes gibt es keine Möglichkeit, den Blutzucker ohne Insulin im Normbereich zu halten. Eine ausgewogene Ernährung und genügend Bewegung unterstützen die Behandlung.
Es ist zwar medizinisch möglich, die Inselzellen von einem nicht an Diabetes leidenden Menschen zu transplantieren. Abgesehen davon, dass es zu wenige Spender gäbe, wird jedoch damit in den meisten Fällen keine nennenswerte Verbesserung der Lebensqualität erreicht, da immer Medikamente eingenommen werden müssen, welche die Abstossung durch das Immunsystem unterdrücken. Deshalb werden Transplantationen für Diabetikerinnen und Diabetiker, welche ansonsten gesund sind, nicht durchgeführt. Zudem muss häufig weiterhin Insulin gespritzt werden, um einen normalen Blutzucker zu erreichen. In der Literatur gibt es einen erfolgreichen Fall einer Lebendspende (2006).
Verschiedene Forschungsteams arbeiten an Möglichkeiten, Inselzellen zu erneutem Wachstum anzuregen, respektive die Reaktion des Körpers, diese Zellen anzugreifen zu stoppen. Von einer effektiven Therapie für den Menschen sind diese Versuche jedoch noch Jahre entfernt.

Diabetes ist eine chronische Krankheit, d.h. sie gilt momentan als nicht heilbar. In Industrieländern sind die Behandlungsmöglichkeiten vielfältig, und viele Diabetikerinnen und Diabetiker führen ein von ihrer Krankheit nicht negativ beeinflusstes Leben. 80% der Menschen mit Diabetes leben jedoch in Ländern mit tiefem oder mittlerem Durchschnittseinkommen. So verursacht Diabetes weltweit 5% aller Todesfälle.




Transplantation: Edmonton Protocol (englisch)
Diabetesdaten weltweit: WHO Diabetes Programme (englisch)

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