Stiftung Ernährung und Diabetes, Bern

Alkohol

Ein bis zwei Gläser Wein pro Tag zum Essen sind bezüglich des Blutzuckers für Diabetiker gestattet. Rotwein ist reich an Phenolen, die als Antioxidantien gesundheitlich günstig wirken und Herz- Kreislaufkrankeiten vorbeugen. Phenole gelangen beim Pressen der Trauben aus den Schalen und Kernen in den Wein. Da Rotwein an der Maische (also in Form zerquetschter, nicht gepresster Trauben) gegärt wird, können die Phenole leichter in den Wein übertreten, als dies etwa bei der Weissweinherstellung der Fall ist. Einen daraus resultierenden gesundheitsförndenden Effekt hat Wein allerdings nur, wenn er in kleinen Mengen getrunken wird.

Heute bringen wir die mögliche günstige Wirkung eines Glas Weines mit einer verbesserten Esskultur in Verbindung: Wer in entspannter Atmosphäre bei einem ausgewogenen, leckeren Essen ein Glas Wein geniesst, bereichert den kulinarischen Genuss um eine Komponente.

Gewarnt werden muss dagegen einerseits vor isoliertem (also nicht zum Essen) sowie vor hohem Alkoholkonsum. Alkohol verlangsamt als Zell- und Nervengift die Reaktionsfähigkeit. Zu viel Alkohol schädigt auf Dauer die Leber und die Bauchspeicheldrüse, verschlechtert Blutdruck und Blutfettwerte und gilt als krebsfördend. Regelmässig in grösseren Mengen konsumiert, kann Alkohol zu massiven Gesundheits- und Suchtproblemen führen.

Bedenken Sie vor allem auch, dass Alkohol fast so viele Kalorien wie Fett hat: 1 dl Wein enthält 10 - 12 g Alkohol, das sind 70-84 kcal! Alkohol ist damit ein wesentlicher Energielieferant bei der erwachsenen Bevölkerung (mit einem beunruhigend hohen Anteil des täglichen Kalorienkonsums von 5 – 10%). Deshalb empfiehlt es sich bei Übergewicht, in der ersten Behandlungsphase ganz auf Alkohol zu verzichten. Diese Kalorieneinschränkung hilft, Ihr Körpergewicht zu reduzieren.

Das müssen Sie bei Alkohol beachten:

  • Ein Glas Wein kann ein gutes Essen noch bereichern. Aber regelmässiger Alkoholgenuss kann zu gesundheitlichen Problemen und Sucht führen.

  • Alkoholkonsum kann bei Tabletten- oder Insulinbehandlung zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) führen, weil sich die Blutzuckerbildung in der Leber verzögert. Alkohol deshalb nicht auf nüchternen Magen trinken.

  • Bier, Cocktails, süsse Weine / Champagner, Liköre und Alkopops verursachen einen raschen Blutzuckeranstieg, was sich bei Diabetes ungünstig auswirkt.

  • Alkohol wird zur einen Hälfte oxidiert, zur anderen in Form von Fett gespeichert. Vorsicht also bei Übergewicht!

  • Diabetiker mit einer schweren Neuropathie und Schwangere sollten ganz auf Alkohol verzichten.




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