Stiftung Ernährung und Diabetes, Bern

Diabetischer Fuss

Ursachen

Lange Jahre mit zu hohen Blutzuckerwerten schaden den Nerven in den Füssen: Nervenstörungen, die diabetische Neuropathie, im unteren Drittel der Unterschenkel und in den Füssen sind bei Diabetes charakteristisch. Kommen Durchblutungsstörungen infolge Arteriosklerose der kleinen Fuss- sowie der grossen Beinarterien (diabetische Arteriopathie), und eventuell eine Infektion dazu, besteht ein grosses Risiko für den "diabetischen Fuss".

Symptome, Verlauf und Behandlung

Aufgrund der Durchblutungsstörungen bleiben die Füsse auch bei warmer Umgebung kühl oder kalt. Die diabetische Neuropathie führt zu Taubheit der Fusssohle, was sich in einem unangenehmem Elektrisiergefühl oder einem Gefühl "als ginge man auf Karton" äussert. Als Folge können an den Fusssohlen druckbedingte geschwürähnliche offene Wunden auftreten. Zu enge, zu spitze und schlecht angepasste Schuhe sind ein wesentlicher Risikofaktor für die Entwicklung von Druckstellen mit einem schlecht heilenden Fusssohlen- oder Zehengeschwür (Mal perforans). Meist beginnt es mit einer Blasenbildung in der verdickten Hornhaut, gefolgt von einer Infektion in der Tiefe. Diese kann bis ins Fussskelett vordringen und einen Weichteil- oder Knochenabszess (Osteomyelitis) oder eine Zehengangrän ("Brand") zur Folge haben. Ein solches Stadium erfordert nach Absprache mit dem Diabetesspezialisten chirurgische Eingriffe, im schlimmsten Fall bis zur Amputation.
Auch bei scheinbar harmlosen, wegen der diabetischen Neuropathie zumeist noch schmerzlosen Wunden ist eine diabetologische Beurteilung dringlich. Lange, konservative Behandlungsversuche ohne Berücksichtigung des diabetischen Hintergrundes sind leider die Regel. Der Einsatz von Antibiotika, Insulin und der Einbezug eines Fusschirurgen in einem spezialisierten Zentrum ist unbedingt vorzuziehen.

Fusspflege bei Neuropathie und / oder Durchblutungsstörungen

bequeme Schuhe tragen Fuesse taeglich kontrollieren Fuesse gut abtrocknen vorsichtig schneiden oder feilen Huehneraugen nicht schneiden Vorsicht, heiss!

  • Weiche, nicht zu enge Socken und bequeme Schuhe tragen. Das Innere der Schuhe vor dem Anziehen auf Fremdkörper kontrollieren.
  • Beim Barfussgehen ist die Verletzungs- und Verbrennungsgefahr besonders gross. In und an natürlichen Gewässern Badeschuhe tragen.
  • Nur kurze Fussbäder in handwarmem Wasser (ohne Badezusätze!) nehmen. Längere Bäder weichen die Haut auf und machen sie verletzbar. Die Füsse nach dem Baden immer sorgfältig abtrocknen.
  • Füsse täglich auf Druckstellen, Verletzungen und Blasen kontrollieren, inkl. Fusssohlen. Jede länger als einige Tage bestehende Wunde erfordert ärztliche Kontrolle.
  • Nägel besser feilen statt mit der Schere schneiden. Keinen Hobel für die Entfernung der Hornhaut verwenden. Hühneraugen nicht selber schneiden.
  • Spreizfüsse, Hallux und Hammerzehen erfordern Behandlung durch einen orhopädischen Chirurgen sowie einen spezialisierten Schuhmacher.
  • Die Temperatur von Wärmeflaschen und Radiatoren nicht unterschätzen!
  • Regelmässige Fuss- und Zehengymnastik fördert die Durchblutung und erhält die Beweglichkeit.

Neuropathie


Füsse und Bewegung

zurück

 

© 2008 Stiftung Ernährung und Diabetes, Bern